Erfurt (NMH) Gehörlose und ihre Probleme in Schule und Beruf

Seit 2002 ist die Gebärdensprache im Behindertengleichstellungsgesetz in Deutschland rechtlich als Sprache anerkannt, in Österreich wurde sie 2005 verfassungsrechtlich geschützt. Die Schwierigkeiten und Probleme gehörloser Menschen wurden dadurch nur unwesentlich weniger. Unterricht müsste, um Inklusion auch für gehörlose Schüler erfolgreich umzusetzen, permanent durch einen Dolmetscher in Gebärdensprache übersetzt werden. Wie hoch die Zahl der benötigten Kräfte hierfür wäre, bleibt noch zu prüfen.

Nach wie vor müssen sich Gehörlose und Schwerhörige mehr anstrengen, als Menschen mit guter Hörfähigkeit, um gleiche Leistungen zu erbringen. Viele Fachbereiche sind ohne Gehör so gut wie nicht erreichbar für Menschen mit Hörbehinderungen (Musik, Flugverkehr, Vertrieb, etc.). Das schränkt die Entwicklungsmöglichkeiten auch in Hinblick auf die Karriere von vorn herein ein, obwohl es für Gehörlose und Schwerhörige im Bezug auf Ausbildung und Studium schon wesentlich mehr Möglichkeiten gibt als es vor Jahren noch der Fall gewesen war.

Hinzu kommt der besondere Kündigungsschutz den Menschen mit einer Schwerbehinderung genießen, der Arbeitgeber immer noch schreckt, tatsächlich Mitarbeiter mit einem Grad der Behinderung einzustellen.
Im Miteinander mit Kollegen sind Gehörlose benachteiligt, weil sie an Pausengesprächen nicht teilnehmen können. Das erhöht die Gefahr der Isolation und des Mobbings. Zudem kann die Unternehmenskommunikation in den meisten Firmen gar nicht leisten, dass alle Informationen in Gebärdensprache übersetzt oder in schriftlicher Form angeboten werden.

Das würde bedeuten, dass jedes Telefonat niedergeschrieben werden müsste und jeder Besprechung unter Kollegen ein Dolmetscher zugegen sein sollte.Aktuell gibt es eine Auswahl an Berufen, in denen Gehörlose sich betätigen können, ohne dass die Mitarbeiter oder Firmen größeren Aufwand betreiben müssen. Um einige Beispiele zu nennen: Zahntechnik, Feinoptik oder Mechatronik. Leider alles immer noch Betätigungsfelder ohne direkten Kundenkontakt.

Im Wege der Inklusion muss aber drauf hinweisen, dass künftig durch Arbeitsassistenz, Kommunikationsassistenten und die Gebärdensprachdolmetscher, dann die Möglichkeiten im Job, Ausbildung und Studium erheblich dazu beitragen, dass Hörgeschädigte fast nahezu, jeden beruflichen Werdegang einschlagen können.

Bilderquelle: @Pixelbay

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