Erfurt ( NMH) Die Sonderschulpädagogik hat ihre Wurzeln im Bereich der Erziehungswissenschaften; in der Regel arbeiten entsprechend ausgebildete Pädagogen an Förder- bzw. Sonderschulen. Dort unterrichten sie Kinder und Jugendliche mit Lernschwächen, mit geistigen und seelischen Behinderungen oder mit körperlichen Defiziten. Die Zukunftsaussichten in diesem Berufsbild sind gut; um aber innerhalb der Sonderschulpädagogik als Lehrer arbeiten zu können, wird ein entsprechendes Studium vorausgesetzt.

Studium der Sonderschulpädagogik bietet praxisorientierte Inhalte

Ein Studium der Sonderschulpädagogik ist in Deutschland an vielen Universitäten und pädagogisch-orientierten Hochschulen möglich. In der Regel ist eine Studienzeit von sechs Semestern für den Bachelor of Arts vorgesehen; anschließend kann dann der Master of Education in weiteren vier Semestern erworben werden. Zulassungsbeschränkungen existieren nicht; das Abitur reicht als Voraussetzung aus.
Schon während des Studiums kann eine Spezialisierung auf einen bestimmten Bereich innerhalb der Sonderschulpädagogik erfolgen; einige Hochschulen bieten hier Studiengänge für bestimmte Fachbereiche wie Gehörlosenpädagogik, Sprachheilpädagogik oder Geistigbehindertenpädagogik an. Im Gegensatz zu einem Lehramtsstudium, das im Kern stark auf theoretische Inhalte setzt, wird bei einem Studium der Sonderschulpädagogik eher praxisorientiert gelehrt. Externe Praktika, bei denen der Umgang mit dem Berufsalltag im Mittelpunkt steht, sollen das Bewusstsein für spätere Aufgaben schärfen. Die Referendarszeit startet mit Abschluss des ersten Staatsexamen; nach dieser Vorbereitungszeit wird der Abschluss des Studiums durch das Bestehen des zweiten Staatsexamen erwirkt.

Hohe fachliche und persönliche Anforderungen an die Lehrkräfte

Die Aussichten, im Bereich der Sonderschulpädagogik, eine feste Anstellung zu bekommen, sind als relativ gut zu bewerten. Es besteht in Deutschland nach wie vor eine hohe Nachfrage nach Förderungen im Vorschulbereich sowie im integrativen Regelschulbereich; zudem wird der Bedarf an qualifiziertem Personal im Förder- und Sonderschulenbereich auch zukünftig bestehen.
Unterschätzt werden sollten aber nicht die Ansprüche, die dieser Beruf bzw. das Berufsbild an die entsprechenden Lehrkräfte stellt. Die Belastungformen charakterisieren sich durch eine hohe Dichte, da Konflikte mit den Kindern und Jugendlichen oft nicht vermeidbar sind; daher sind auch die fachlichen und persönlichen Anforderungen unter dem Motto „long-life-learning“ extrem hoch anzusiedeln. Der Lehreralltag beinhaltet oftmals lebensberatende Aufgaben, die eine kommunikative Kompetenz zwingend voraussetzt. Zudem wird Flexibilität groß geschrieben, da sich das Lehrpersonal an einer ständig überarbeiteten Diagnostik (Förderpläne) orientieren muss und weder Arbeitszeiten noch Einsatzorte langfristig geplant werden können.

Schon im Vorfeld informieren

Wer seine Zukunft in der Sonderschulpädagogik sieht, muss sich also auf ein hohes Anforderungsprofil einstellen. Um schon im Vorfeld Einblick in die Materie zu bekommen, können Interessierte Praktiken bei entsprechenden Institutionen anstreben. Zusätzliche Informationen beispielsweise bezüglich Lehrinhalte und Unterrichtsmaterialien können auf Online-Portalen wie meinunterricht.de abgerufen werden.

Bildquelle: @PixelBay

Print Friendly, PDF & Email