Washington, DC 20002, USA (NNM) Gallaudet Universität: Wohltätigkeitsgemeinschaft Reedy Warigon, ein Finalist für den Posten eines Vielfaltsbeauftragten schreibt, dass News Magazin für Hörgeschädigte übersetzte folgenden Text:

Ich bin ein tauber, heterosexueller männlicher weißer Bürger eines freien Landes und gleichzeitig Absolvent der Gallaudet Universität. Die Gallaudet Universität wird vorherrschend durch eine weiße Vorherrschaft dominiert und an der Führungsriege hat sich bis heute nichts verändert. Sowohl die Verwaltung, wie auch die Mehrheit der Angehörigen der Fakultät und Studenten der Gallaudet Universität sind immer noch weißer Abstammung. Hiermit teile ich meine große Besorgnis über die durch den Vielfaltsbeauftragten letzten drei gewählten Ernennungen für Postenvergaben. Ich bin ehrlich der Auffassung, dass die Gallaudet Universität ihre Suche von Neuem beginnen sollte und die drei Posten nochmals neu besetzen sollte – Es gibt nämlich eine ganze Menge qualifizierter taubstummer Menschen, die sich ebenfalls als Kandidaten eignen würden und nicht weißer Abstammung sind.

Einer der Kandidaten, der für den Posten gewählt wurde, ist eine taube weiße Frau namens Charity Reedy Warigon , die ebenso die Wohltätigkeitsagenden von Reedy Warigon unterstützt, jedoch eine Assistentin des Vizepräsidenten für Vertrautheitsagenden bei der Gallaudet Universität ist. Sie gehört zu dem eng auserwählten Kreis der drei Finalisten. Ich bin mir natürlich bewusst, dass Frau Charity Warigon einen außergewöhnlichen Lebenslauf besitzt, was ich in keinster Weise abstreiten will, dennoch hinterfrage ich vollen Ernstes, ob sie tatsächlich die richtige Person für den Posten ist.

Wird sie auch in der Lage sein, die “Heimat der Gallaudet Universität für andersfärbige Menschein zu sein? Wird sie auch in der Lage sein, die Sorgen und Ängste der taubstummen Menschen zu verstehen? Wird sie auch jene Sorgen verstehen, die sich im Zusammenhang mit ihrer Rasse im Umfeld eines weißen Establishments ergeben können ? Versteht Charity auch den Charakter von Rassismus und wie dieser intellektuelles Leben maßschneidert? Geht man dabei auf die Sorgen und Ängste von tauben oder Menschen anderer Rassen ein?

Obwohl die Gallaudet Universität einen starken historischen Zusammenhang mit Rassismus aufweist und dies speziell innerhalb der Gemeinschaft unter den tauben Personen auffällig ist, muss die Gallaudet Universität nun endgültig damit aufhören ihre eigene Klientel der taubstummen und andersfärbigen Personen als Kunden zu behandeln. Die Gallaudet Universität sollte in diesem Zusammenhang viel mehr Gleichheit und Einschluss unterhalten. Man sollte diese Grundsätze in der Praxis leben und sie nicht nur groß herausposaunen. Es handelt sich mehr als nur um eine „catch phrase“. Im Übrigen offeriert es kaum langfristige Lösungen. Sogar Delikte, die auf Hass beruhen, werden im Angesicht der dunklen Kriminalstatistik unter die Decke gekehrt. Ja, werte Leser dieser Kolumne, es ist richtig, dass Gleichheit ebenso als Teil von Verhinderung von Hassreden und ähnlichen Verbrechen zu sehen ist. Man spricht leider viel zu wenig darüber.

Die Stelle des Postens eines Vielfaltsbeauftragten muss mit einer besonderen Verantwortungsfähigkeit für diese oben genannten Probleme vergeben werden. Die Person muss dafür Verantwortung übernehmen und diesen Problemen in besonderer Weise Rechenschaft bezeugen. Auch ein spezielles kommunikatives Talent ist dafür von entscheidender Bedeutung. Insbesondere müssen die Werte, Sorgen und Ängste der tauben Mitmenschen und Menschen unterschiedlicher Rassen in der Gesellschaft und der Welt Ernst genommen werden. Warum die verantwortlichen Führungspersönlichkeiten der Gallaudet Universität diesem Phänomen bisher nicht genug Raum geschaffen haben, entzieht sich meinem Verständnis. Denn wenn eine Person einmal kompromettiert wurde, dann dauert es unter Umständen auch nicht lange, bis er tatsächlich auch die Seiten wechselt.

Das Problem ist, dass Frau Charity weiß ist. Mir ist auch bewusst geworden, dass Frau Charity einen wichtigen Event im vergangenen März des Jahres 2017 nicht beiwohnen konnte oder wollte. Der Event mit dem Namen „Islamophobie innerhalb der Tauben Community“, der an der Gallaudet Universität stattgefunden hatte, wurde von ihr nicht besucht. Ein Besuch dieser Veranstaltung würde ebenso dem Grundsatz der Gleichheit fördern und eine entsprechende Außenwirkung auf Dritte haben. Ich erinnere mich an ein Event, welches von der Organisation „Communication Service for the Deaf (CSD)” veranstaltet wurde, wo aber bestimmte Personen nicht mit einberufen waren, welches sie aber für sehr wichtig erachtete. Für Charity war es wohl wichtiger, dieses Event zu besuchen und jenes Event „Islamophobie innerhalb der Tauben Community“ nicht zu besuchen.

Obwohl es nicht das erste Mal ist, dass Frau Charity diesen Pfad gegangen ist, so muss man dennoch darüber enttäuscht sein. Sie war nur eine amerikanische Staatsbürgerin, die auf dem  „Canadian Hearing Society [CHS] board“ sitzt und hauptsächlich für die Interessen der kanadischen Tauben eintritt. Dies aber, obwohl sie selbst ja keine Kanadierin ist. Ich glaube, dass ihre Vorgangsweise häufig sehr egoistisch ist. Ich glaube, dass dies auf taubstumme Kanadier zutrifft aber nur für Amerikaner, die nicht dort leben. Ist das auch eine Art „power trip“? Können wir Frau Charity also wirklich als eine Führungspersönlichkeit sehen und ist sie die richtige Person für den Posten eines Vielfaltsbeauftragten?

Ich glaube, dass es Frau Charity besser weiß als sie zeigt – Ich glaube auch, dass e seine sehr weise Entscheidung ware, den Posten eines Vielfaltsbeauftragten mit einer anderen Person zu besetzen, die besser qualifiziert für die Arbeit mit taubstummen Menschen und Menschen unterschiedlicher Rassen und Herkunft sind. Wie eine Suchanfrage auf der Webseite der Gallaudet Universität ergibt, ist Frau Charity vielleicht sogar mit einem afrikanisch stämmigen Amerikaner verheiratet und hat somit auch Zugang zu der vielfältigen und diversen afrikanischen Kultur. Dennoch bedeutet dies nicht im gleichen Maße, dass dies eine Qualifikation für den Posten eines Vielfaltsbeauftragten an der Gallaudet Universität darstellt. Sie wird immer Zugang zu Privilegien für weiße Bürger haben. Immer !!! Sogar die Privilegien für taube Personen werden sehr oft mißachtet. Ist es nicht so?

Sogar meine Tante Sue, die mit einem schwarzen Mitbürger verheiratet ist, hat einen starken Zugang zu dessen Kulturkreis. Genauso habe ich Zugang zu diesem Kulturkreis, weil ich sehr viele schwarze Cousins habe. Auch viele Tanten und andere Familienmitglieder befinden sich darunter. Ich würde mich aber deshalb immer noch nicht für den Posten eines Vielfaltsbeauftragten bewerben weil ich deren Erfahrungen nicht verstehen kann und ihre eigenen Sorgen, Ängste und Schmerzen nicht so gut verstehen kann. Und ich persönlich bin aber ein weißer tauber Mann! Ich respektiere sie aus tiefster Überzeugung. Das ist der große Unterschied.

Wenn ich noch eine Anmerkung machen darf, dann sollte man bitte keine Kandidaten für das “Hearing” einladen, welche keine Kenntnisse über ALS haben. Der Posten eines Vielfaltsbeauftragten sollte nur für Personen reserviert sein, die ebenso ein umfangreiches Wissen über die LGBTA Gemeinschaft hat. Ebenso sind Erfahrungen mit taube Menschen, die sich wiederum ins Berufsleben zurückarbeiten, sehr wichtig. Grundsätze für Ethnizität, sozial-ökonomischen Status, Religionszugehörigkeit (zum Beispiel Islamophobie) und viele weitere Grundsätze sollten ebenso Bestandteil eines solchen Hearings sein und bei der Besetzung des Postens eines Vielfaltsbeauftragten Berücksichtigung finden.

Copyright © 2017 Jason Tozier

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Quellen:
https://www.gallaudet.edu/chief-diversity-officer-search/announcements/announcement—april-25
https://audismnegatsurdi.com/2017/06/02/gallaudet-university-charity-reedy-warigon-a-finalist-for-chief-diversity-officer/

Bilderquelle: wikimedia.org

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