Hamburg (NMH) Beim Treffen der mächtigsten Staatsoberhäupter der ganzen Welt in Hamburg, dem G20 Gipfel, scheint kein Stein mehr auf dem nächsten zu stehen. Hamburg befindet sich rundum das Areal des Treffens von Angela Merkel, Donald Trump, Wladimir Putin oder Recep Erdogan in einem wahren Ausnahmezustand, und wenn es die örtlichen Anwohner nicht besser wüssten, kommen diese sich teilweise vor, wie in einer Art Kriegsgebiet.

Auf der einen Seite möchten die Behörden mit tausenden Einsatzkräften, Wasserwerfen, Hunde, Panzer & Co die Staatsoberhäupter schützen sowie die Umgebung samt Anwohner und auf der anderen Seite? Da sind die Hamburger, die seit Tagen und schon vor Beginn des G20 Gipfels nicht mehr von A nach B reisen können, Einkaufen wird zum Stundentakt und heute am 07.07.2017, wo der Gipfel begonnen hat, knallt es auch noch passend. Die Hell-Week also Höllenwoche hat begonnen, wo Gegendemonstranten alles schmeißen, was nicht niet- und nagelfest ist, aber was machen eigentlich die Gehörlosen vor Ort?

Leider sind Gebärdendolmetscher vor Ort nicht zu sehen, sodass Polizei & Co Anweisungen vor Ort rufen können, wie sie im Grunde wollen. Denn den Hörgeschädigten werden diese Andeutungen nach dem Motto „Stehen bleiben!“ nichts nützen. Das ist das fatalste, was derzeit in Hamburg neben den ohnehin schon Ausschreitungen passieren kann. Deshalb haben auch viele Hamburger Hörgeschädigte die Gunst der Stunde genutzt um eine kleine Auszeit aus Hamburg zunehmen und nach dem G20 Gipfel aus dem Kurzurlaub wieder zurückkehren zu können.

Schriftdolmetscher suchen Betroffene vergebens, die einem sagen, dass sie aus dem Weg gehen müssen und die Polizei selber? Die scheint überfordert zu sein und von Freundlichkeit keine Spur. Es brennen derzeit bereits Autos, die Polizei greift hart durch und die Gegendemonstranten greifen hart an. Gehörlose sind durch Einkäufe, Gänge zur Arbeit & Co ständig in der Gefahr, da keine Gebärdendolmetscher vor Ort sind, dass sie mitten in diesem brutalen Mop landen und verletzt werden.

Anwohner bekommen schon die wahrlich frechen Ansagen der Polizei zu hören, dass sie am besten zu Hause mit Kindern bleiben sollen. Das würde wohl auch jeder Gehörlose zu hören kriegen. Hamburg im wahrsten Sinne des Wortes im Ausnahmezustand. Das alltägliche Leben scheint sich ausnahmslos um den G20 Gipfel der Mächtigsten Regierungschefs zu richten, aber die Anwohner, Kinder auf den Spielplätzen sowie gehandicapten und gehörlosen Menschen werden dabei in ihrem Alltag komplett beschnitten und nicht berücksichtigt. Gehörlosen Menschen ist aus diesem Anlass anzuraten, immer jemanden bei sich zu haben, der als Gebärdendolmetscher herhalten kann und die Kommandos sofort an Hörgeschädigte weitergeben kann, um Missverständnisse sowie brutale Vorgehensweisen der örtlichen Einsatzkräfte zu vermeiden. So traurig es ist, aber das scheint im Augenblick die einzige Möglichkeit zu sein, nicht in dem Mop des Geschehens mit involviert zu werden.

Bilderquelle: pixabay.com

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