Magdeburg (NMH) – Als vor vier Jahren der Stundensatz beim JVEG für Gebärdensprachdolmetscher verändert wurde, war das schon ein Thema, welches sich weiter in der Gehörlosenwelt verankert hat. Denn statt den Stundensatz zu zahlen, sieht das Integrationsamt es nicht ein, den neuen Stundensatz und die steuerlichen Änderungen zu akzeptieren. Das natürlich seit geschlagenen vier Jahren, was für Gebärdensprachdolmetscher deutliche Einbußen bedeutet und damit soll nun endlich Schluss sein. Immerhin haben die Nachbarsländer die Arbeit der Dolmetscher in Gebärdensprache längst anerkannt und entsprechend angepasst an Lohngleichheit und steuerlichen Themen, nur das Integrationsamt tut sich hier in Deutschland schwer. Da die Gebärdensprachdolmetscher keiner *Gewerkschaft wie zum Beispiel der IG Metall angehören, die ihre Interessen nach Löhne & Tarifverhandlungen vertritt, möchten Betroffene des Berufverbandes **BeGiSA e.V. am 24.07.2017 streiken, da bisherige Verhandlungen ins Leere liefen.

Die logische Konsequenz ist natürlich, dass am 24.07.2017 die Gebärdensprachdolmetscherinnen des Berufverbandes BeGiSA e.V., dann leider keine Einsätze für Hörgeschädigte wahrnehmen können.

Krankenkassen und Versicherungen zahlen längst die richtigen Stundensätze, die ein Gehörloser benötigt, um am Arbeitsleben und Alltagsleben bedingungslos wie ein Hörender teilnehmen zu können. Einzig das Integrationsamt verweigert die Anpassung der Löhne und das bei gleichbleibender Arbeit. Vier Jahre lang wurde verhandelt, diskutiert und geduldig vonseiten der Gebärdensprachdolmetscher gewartet, aber am 24.07.2017 reicht es. Jetzt wird es Zeit, dass das Integrationsamt die Arbeit der Dolmetscher in Gebärdensprache zu schätzen weiß und deswegen rufen sie zum Streik auf.

Gebärdensprachdolmetscher sind wichtig und gehen mit ihren Klienten sehr viele Wege ab. Klären Termine, müssen bei der Arbeit nebenher sitzen und dolmetschen. Da ist ein guter Stundenlohn sehr wichtig und dieser wurde vor vier Jahren von 55 Euro auf 75 Euro angepasst. Doch das Integrationsamt verweigert diesen Satz, obwohl Krankenkassen sowie Versicherungen für ihre Gehörlosen Patienten, die im Alltag integriert sein möchten, den richtigen Satz für ihre Gebärdensprachdolmetscher längst zahlen. Das darf es nicht sein und diese Ungerechtigkeit sollte ein Ende haben. Deswegen wird am 24.07.2017 zum Streik aufgerufen und jeder Gehörlose sowie gerne auch andere Menschen dürfen teilhaben und die Gebärdensprachdolmetscher in ihrem Vorhaben unterstützen.

**Berufsverband der GebärdensprachdolmetscherInnen in Sachsen-Anhalt

*Gebärdensprachdolmetscher sind überwiegend in Berufsverbänden für Gebärdensprachdolmetscher organisiert.

Quelle: BeGiSA e.V.
Bilderquelle: (c) pixabay.com

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