Erfurt (NMH) – Gehörlose haben es im Alltag an der Universität nicht leicht. Wer wüsste das besser, als Josh Salisbury, welcher an der Universität von Lincoln studiert. Eine peinliche Situation nach der nächsten ist ihm in der Vergangenheit zuteilgeworden, die ihn immer wieder zu tiefst traurig machte und wie ein Spiegel vor dem Gesicht hielt, das er anders ist, weil er taub ist. Eine Situation, daran erinnert sich der Student noch genau war die, dass er eine Vorlesung vor den Studenten und seinem Dozenten hatte. Dieser stellte während dessen eine Frage, die Josh natürlich nicht hören konnte und als der Dozent fragte, wieso er nicht antwortete, musste Josh Salisbury mit offenen Karten spielen und teilte mit, dass er taub ist. Mit einem „Oh setzt dich“ war das Thema für den Dozenten erledigt, aber Josh fühlte sich vor dem Kopf gestoßen.

Ähnliche Situationen sind ihm nicht neu, sondern an der Uni fast Alltag und daher wünscht er sich, dass auch die Universitäten sich ein wenig mehr anstrengen würden, damit Gehörlose sich nicht wie Außenseiter fühlen und meist mehr Initiative zeigen müssen, damit man sie versteht und man auf sie zugeht.

Josh trägt einen Empfänger, der einen Sender die Möglichkeit bietet über Mikrofon und Halsband die Worte sofort auf das Hörgerät von Josh zu senden, um ein wenig hören zu können. Doch es ist auch nicht leicht, jeden Dozenten ständig darum zu bitten, diesen Sender samt Mikrofon zu tragen und der Empfänger, der ist auch nicht der leichteste!

Josh Salisbury möchte aufzeigen, dass Gehörlose ruhig mutiger sein sollen.

Josh ist daher der Meinung, dass gewisse Grundsätze für Studenten mit Hörbehinderung wichtig sind, um das Miteinander einfacher zu gestalten. Josh Salisbury möchte aufzeigen, dass Gehörlose ruhig mutiger sein sollen. Wenn ein Student etwas verpasst hat, soll er um Wiederholung des Seminars bitten und sich davon auch nicht abhalten lassen. Egal ob gesagt wird, dass es nicht so wichtig ist. Wer Lippen lesen kann, der sollte früh genug vor Ort sein, um direkt vorne sitzen zu können und zu erkennen, was der Dozent sagt. Auch ist Josh der Ansicht, dass jeder wissen soll, dass man taub oder hörgeschädigt ist, weil man so deutlich erkennt, dass sich Dozenten sowie Studenten mehr Mühe geben, damit auch Betroffene alles mitkriegen.

Josh Salisbury hat an seiner Universität einiges leichter gestaltet, weil er offen mit seinem Hörproblem umgegangen ist, seine Unversität davon berichtet hat, mögliche EarLoops nutzt, um besser verstehen zu können, was Dozenten sagen, Lippen lesen lernt und immer wieder um Wiederholung fragt, wenn er etwas nicht mitbekommen hat. Das ist ein Indiz für andere Studenten, wie man an der eigenen Uni vorgehen sollte, um keine Nachteile als Gehörloser zu erfahren!

Quelle: theguardian.com
Bilderquelle: pixabay.com

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