Erfurt (NMH) – Immer häufiger scheint es im TV eine kulturelle Besonderheit zu geben, so nennt sie Charlie Swinbourne. Denn in Musikvideos und Reportagen wird das Thema „Taubheit“ immer häufiger zur Diskussion gestellt und eigentlich ist das etwas Gutes. Denn das Bewusstsein wird mithilfe solcher Reportagen und den veränderten Musikvideos & Co in die richtige Richtung gelenkt. Leider gibt es hier allerdings noch viel Bedarf für Veränderungen, wie manche Artikel im TV deutlich zeigen sowie Musikvideos oder gar Filme. Hush = Stille wäre der beste Film als Beispiel, um einmal zu verdeutlichen, wieso auch im Web die Diskussionen in der Gehörlosencommunity entfachen. Denn die dortige Darstellerin ist weder taub noch hörgeschädigt und für eine gewisse Authentizität wünschen sich Gehörlose, dass genau das verändert wird.


Gehörlose Schauspieler sollten gehörlose Rollen übernehmen

Natürlich freut sich die Community der Gehörlosen, dass das Bewusstsein ihrer alltäglichen Probleme mit dem fehlenden Sinnesorgan immer mehr zum Thema wird, aber Gehörlose würden sich ebenso freuen, wenn sie auch von einer authentischen Schauspielleistung überzeugt sein könnten. Häufig sind fehlerhafte Gebärdensprachen und Zeichen in den Musikvideos zu sehen, wie auch Wissenschaftler und Gebärdensprachler mitteilen, sodass sich ein Gehörloser Mensch nicht ausnahmslos auf diese verlassen kann. Das ärgert Betroffene sehr und ihnen fehlt ein Stück die Ernsthaftigkeit, wenn hörende Darsteller eine taube Person spielen sollen. Denn hier fehlt ein entscheidendes Indiz, die Gehörlosigkeit.

Ein wenig mehr Verantwortung darf es sein

Charlie Swinbourne ist der Meinung, dass die Industrie natürlich selber entscheiden darf, wem sie für Musikvideos, Reportagen oder Filme nimmt. Ob nun gehörlos oder nicht. Es geht ihm allerdings um eine gewisse Verantwortung und Gleichberechtigung. Die fehlt im Augenblick teilweise gänzlich und klaut in jedem Fall auch die Authentizität in einem Film. Es wäre seiner Meinung nach viel einfacher, Gehörlose mit entsprechendem Equipment auszustatten, um alles daran gesetzt zu haben, ihnen zu helfen, sie ernster zu nehmen und einen Film entsprechend zu würdigen, als ständig gehörlose durch eine hörende Schauspielerin oder einen Schauspieler zu ersetzen.

Es scheint noch viel Arbeit in der Filmbranche und allgemeinen Videoindustrie zu liegen, um das volle Bewusstsein auf Gehörlose lenken zu können. Es gibt nur wenige Schauspieler, die gehörlos sind und erfolgreich arbeiten können, weil es offenbar für Produzenten & Co einfacher ist, hörende Menschen zu engagieren. Das macht es aber ebenso schwierig, mit der Gehörlosen-Community besser umzugehen, weil diese sich vollkommen zurecht nicht ernst genommen fühlt.

Quelle: The Limping Chicken
Bilderquelle: pixabay.com

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