In Asien mag die Kultur der Fürsorge älterer Personen deutlich dem Westen voraus sein, sodass es üblich ist, dass ältere Damen und Herren wie die Eltern bei ihren Kindern wohnen. Doch in der asiatischen Kultur sind Behinderungen oftmals ein Grund, Kinder weg zugeben, ältere Menschen im Stich zu lassen, aber nicht in dem gehörlosen Heim für ältere Damen und Herren mit einem leichten bis schweren Handicap. Denn für Gehörlose ist das „Heim“ in Sapporo, einer Millionenstadt in Japans Metropole Hokkaido das schönste Geschenk auf Erden, wie auch eine Bewohnerin namens Michiko Hirata im stolzen Alter von 80 Jahren mitteilt. Ihre Familie ist hier und sie fühlt sich aufgenommen, was natürlich ein tolles Erlebnis ist.


Ein geregelter Tagesablauf für gehörlose Menschen im modernen Altenheim Japans

Das Land der aufgehenden Sonne ermöglicht es den gehörlosen Bewohnern, dass sie hier einen ganz normalen Alltag erleben können. So normal, wie für gehörlose eben möglich. Das bedeutet, dass sie morgens durch Lichteffekte und Lichtblitze geweckt werden, um sich für das Frühstück fertigmachen zu können. Waschen & Duschen ist natürlich auch morgens möglich, denn die Damen und Herren sind meist nur gehörlos und ohne weitere Handicaps. Doch wer ein weiteres Handicap hat, wird von den Pflegern sowie Pflegerinnen nett, freundlich sowie ausgesprochen liebevoll behandelt. Das stellen die Bewohner den ganzen Tag fest, sodass sie allesamt zufrieden sind. Mittags gegen 15.00 Uhr folgt derweil wieder eine Lichtblitzwelle, damit die Bewohner ohne Gehör wissen, dass jetzt der Mittagstisch für sie bereitsteht. Denn die Japaner lieben auch im Altenheim für Gehörlose ihre Pünktlichkeit.

Eine überschaubare Residenz für Gehörlose in Japans Großstadt Hokkaido

Die Unterkunft für Menschen mit einem Defizit sowie im Alter ist auf 20 männliche und weibliche Bewohner abgestimmt. Dies hat den Vorzug, so sagt der Chef Ayako Higuchi, dass sich die Bewohner besser kennenlernen können und die Pfleger genügend Zeit haben, um auf jeden Bewohner einzugehen. Ein geregelter Tagesablauf ist den Damen und Herren mit teilweise Einzel- und Paarzimmern sehr wichtig, aber eben auch deren Bespaßung auf einem Niveau, welches für Gehörlose eben gesondert angepasst werden muss. Gebärdensprache, Spiele mit Gebärdensprache, Chatten, TV, einfach nur spazieren gehen und vieles mehr. Das sind die alltäglichen Besonderheiten, die in Japans Gehörlosenheim stattfinden und die Bewohner so glücklich wirken lassen.

In Japan gibt es insgesamt bereits 415 solcher Einrichtung, wo speziell Gehörlose Patienten betreut werden. Denn die Zahl der alternden Menschen in Japan ist zu hoch, als das Gehörlose einen Platz in einem klassischen Altersheim finden würden und die Pflege wäre nicht auf ihre Bedürfnisse abgestimmt. Das sieht in der Sapporo Residenz jedoch ganz anders aus, welche in allen Belangen auf die gehörlosen Bewohner abgestimmt ist, damit ihre Selbstständigkeit hier weiterhin gefördert werden kann und sie so wenig Hilfe wie nur möglich brauchen und falls doch, sind immer ausreichend Pfleger und Pflegerinnen vor Ort. Ein wahres Vorzeigeprojekt, welches man auch in anderen Ländern gerne begrüßen würde.

Quelle: todayonline.com
Bilderquelle: pixabay.com

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