Erfurt (NMH) – Unsere taube Hausfrau „Laura Dresing“ gibt uns heute wieder einen interessanten Tipp, das heutige Thema lautet: „Invasion der Hauswinkelspinne“!

Wenn der Sommer in den Herbst übergeht und die Tage langsam kälter werden, kommt allerlei Getier in die Wohnung. Falter, Motten, Schnaken, Käfer; Tiere, die aussehen, als kämen sie vom Jupiter, und – Sie ahnen es – Spinnen.

Dieses Jahr erregt eine Gattung besondere Aufmerksamkeit: Die Hauswinkelspinne, wissenschaftlicher Name Tegenaria domestica. Viele Wohnungsbesitzer finden das zum Schreien. Wortwörtlich.

Ab Ende August begeben sich die Männchen auf Partnersuche. Das verschlägt sie schon mal in ein Waschbecken, eine Badewanne oder andere Ecken und Winkel. Es könnte sich ja ein hübsches Weibchen darin verbergen!?

Was ist so besonders an ihr? Hauptsächlich ihre Größe. Sie kann immerhin bis zu acht Zentimetern groß werden, wenn man die Beine mitmisst. Der Körper an sich ist mit neun bis 11 Millimetern recht klein. Außerdem beißt sie auch mal zu, wenn sie sich bedroht fühlt. Der Biss ist etwas schmerzhaft, aber ungefährlich. Wissenschaftliche Selbstversuche zeigten, dass der Biss ein paar Minuten juckte. Bisse von Haustieren seien da gefährlicher.

Spinnen suchen die Nähe von Menschen

Spinnen hielten sich schon immer in der Nähe des Menschen auf und werden dies weiterhin tun, ob der Mensch es nun will oder nicht. Da bleibt nur eins: Ruhe bewahren. Und die Spinne möglichst am Leben lassen. Denn die mag zwar häßlich aussehen, ist aber ein Nutztier und frißt Insekten weg. Und das ständig – ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems also. Und sie war immerhin Spinne des Jahres 2008. Eine kleine Entschädigung für ihre Unbeliebtheit.

Wie wird man sie wieder los, wenn sie einmal im Haus ist? Das kommt darauf an, wie mutig der Mensch ist. Auf die Hand nehmen und raussetzen wäre eine Option, kommt aber sicherlich nur für die wenigsten Menschen in Frage. Etwas Distanz zwischen Achtbeiner und Zweibeiner bringt ein Glas und ein Stück Papier: Glas über die Spinne stülpen, Papier drunter und raus mit dem Vieh! Für Leute mit wesentlich mehr Respekt gibt es lange Stäbe mit Polyesterfäden, Spinnenfänger oder Spidercatcher genannt. Auf Knopfdruck öffnen sich die Polyesterfäden, das Tier kann aufgenommen und rausgesetzt werden und es ist genügend Abstand zwischen Mensch und Spinne. Google liefert hierzu genügend Ergebnisse. Denn: Auch wenn sie mal Spinne des Jahres war – man muss es ja nicht übertreiben.

Spinne des Jahres 2017 ist übrigens die Spaltenkreuzspinne (Nuctenea umbratica). Die ist mit höchstens 16 Millimetern nicht ganz so groß und wohnt Hauptsächlich in Laub- und Mischwäldern.

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