Braunschweig (NMH) – Einem zweijährigen gehörlosen Kind, gehörloser Eltern, könnte demnächst eine Zwangsimplantation drohen, hier soll eine Richterin bald ein Urteil fällen, das berichtet der Verlag Karin Kestner oHG, per Pressemitteilung.

Zwangsimplantation – Entscheidung über den Kopf der Eltern hinweg

Gehörlose Eltern, eines zweijährigen gehörlosen Kindes, sind gegen eine beidseitige Hörimplantation (CI – Cochlea Implant), Prof. Dr. med. Andreas Gerstner, der Chefarzt der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik des städtischen Klinikums Braunschweig, sieht das allerdings völlig anderes und besteht drauf, dass dem Kind zu seinem Wohle, dann ein beidseitiges CI – Cochlea Implant – verpflanzt werden soll.

Prof. Dr. med. Andreas Gerstner: Schlichtung durch fachkundige externe Stelle

Nach dem sich die beiden Parteien, die gehörlosen Eltern, des zweijährigen gehörlosen Kindes, und Prof. Dr. med. Andreas Gerstner, der Chefarzt der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik des städtischen Klinikums Braunschweig, nicht einigen konnten, ging Prof. Dr. med. Andreas Gerstner den radikalen Weg und zeigte den Vorfall beim zuständigen Jugendamt an, vom Jugendamt wurde der Fall an das zuständige Familiengericht übertragen und hier wird demnächst eine Richterin ein Urteil sprechen welches wohl als Präzedenzfall gelten wird, sollte die Richterin gegen die Entscheidung der gehörlosen Eltern ein Urteil fällen, dann könnte es künftig vielleicht zur Folge haben, dass per Zwangsimplantation regelmäßig Kindern, gegen den Willen der Eltern, dann ein CI verpflanzt werden könnte.

Prof. Dr. med. Andreas Gerstner begründete sein Vorgehen wie folgend:

„Die entsprechenden gesetzlichen Vorgaben, die für uns wie für jeden anderen in dieser Position gelten, sehen gerade bei diesen Patienten vor, dass in Fällen, in denen eine medizinische Behandlung gravierenden Einfluss auf die Lebensführung haben kann, weder der Behandler noch die Sorgeberechtigten nur allein und unbegleitet eine Entscheidung treffen, sondern eine fachkundige externe Unterstützung hinzugezogen werden kann“


Risiken und Nebenwirkungen einer beidseitigen Hörimplantation außer Acht gelassen?

Was ist mit den Risiken während einer Cochlea-Implantation und den Nebenwirkungen nach einer Cochlea-Implantation? Eine Cochlea-Implantation ist zwar heute längst zur Routine geworden, gefreit von Risiken und Nebenwirkungen ist aber trotzdem Keiner. Wer trägt die Risiken und Nebenwirkungen für das Kind, außer das Kind selbst? Ist dem Laien bewusst, dass bei einer beidseitigen Cochlea Implantat Operation, dann dem jeweiligen Patienten an zwei Stellen die Schädeldecke ausgefräst wird? Es besteht hauptsächlich Gefahr für den Gesichtsnerv und den Geschmacksnerv, außerdem kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Im schlimmsten Fall sogar, bleibt eine Gesichtslähmung nach einer CI Operation vorhanden.

Weitere Behandlung des gehörlosen Kindes unabhängig vom Urteil der Richterin

Die Frage ist nur: „Macht es nach diesem Vorfall noch Sinn, dass die CI-Implantation in der Ohrenklinik des städtischen Klinikums Braunschweig durchgeführt wird, wo das Vertrauen zwischen dem Arzt und dem Patienten bzw. Eltern, massiv und nachhaltig gestört ist?“

Man darf auf das Urteil der Richterin, in diesem Fall, auf jedem Fall sehr gespannt sein.

Print Friendly, PDF & Email