Norfolk (NMH) – 7 Dinge, die Lernassistenten in der Schule nicht tun sollten

Manche haben es in ihrem Leben ein wenig einfacher gehabt, was ihr Handicap mit dem Hörsinn angeht. Einige konnten auf einem Internat mit Gehörlosen studieren und lernen, was eine gewisse Verbundenheit ausmacht und das Kennenlernen deutlich vereinfacht. Andere wiederum müssen in einer ganz normalen Schule lernen und benötigen dann auch Sprachassistenten oder allgemeine Hilfen durch Lehrer und Gerätschaften. Gehörlose haben jedoch häufig Probleme mit dem Selbstvertrauen, wenn sie irgendwo neu sind oder entsprechend niemanden. Aus diesem Anlass sind folgende 7 Dinge wichtig, um sich selber im Unterricht zu schützen und auch den Anschluss zu erklimmen, den so viele Gehandicapte sich wünschen.

Punkt 1 – Schüler ruhig mal schimpfen

Weder Lehrer noch Schüler oder Gehörlose Schüler sollten auf das „Ermahnen“ oder „Schimpfen“ verzichten. Vor allem nicht aus falsch verstandenem Mitleid. Das hilft niemanden. Wenn ein Schüler einen anderen Schüler störend anspricht, dann muss das gerügt werden. Ob nun Gehörloser Schüler ( es sei denn er hat etwas nicht verstanden und fragt nach ) oder normaler Schüler mit allen Fähigkeiten. Beides muss passen, um ein Gleichgewicht in der Schulklasse beibehalten zu können.

Punkt 2 – niemals Angst haben, etwas nicht verstanden zu haben

Liebe Gehörlose, auch normale Schüler mit all ihren Sinnen haben Angst zu sagen, das verstehe ich nicht. Doch müssen sie nicht und jemand der Gehörlos ist ebenfalls nicht. Bitte ruhig anmerken, dass man etwas nicht verstanden hat und um eine Wiederholung bittet.

Punkt 3 – ruhig mitteilen, wenn etwas verpasst wurde

Auch unter Gehörlosen gibt es Schüler, die mal stören oder sich gegenseitig mit Papierfliegern bewerfen. Damit nicht alles verpasst wird, weil als Gehörloser viel mehr Aufmerksamkeit auf Lippen und Gebärdensprache liegt, sagen sie ruhig laut, dass sie etwas verpassen, weil andere gerade etwas störend sind. Das hat nichts mit petzen zu tun, sondern hilft es auch Betroffenen, weil man niemals weiß, was wichtig ist oder unwichtig.

Punkt 4 – sich nicht aus der Klasse werfen lassen

Wer stört fliegt ist in vielen Klassen allgegenwärtig. Ob nun durch Lachen oder anderes. Wer als Gehörloser rausgeworfen wird, sollte in der Klasse bleiben und ganz klar machen, dass er sonst einiges verpasst und das nicht richtig nachholen kann!

Punkt 5 – bis zum Schluss in der Klasse bleiben

Manchmal bekommt man mit, dass einige Schüler eher gehen und dann nicht mitkriegen, dass am Ende noch Hausaufgaben aufgegeben wurden. Damit das nicht passiert, sollten Schüler mit Handicap erst dann die Klasse verlassen, wenn der Lehrer dies auch tut.

Punkt 6 – zu spät kommen? Trotzdem in die Klasse gehen

Zu spät kommen ist unangenehm, weil die gesamte Aufmerksamkeit auf den zu spät Kommer liegt. Trotzdem bitte in die Klasse gehen, um keinen Unterrichtsstoff zu verpassen. Man wird es verzeihen.

Punkt 7 – einem gehörlosen Schüler nicht ständig zeigen, wo er sitzen muss

Ein nerviges Prozedere ist, dass manche Schüler einem ständig etwas vorschreiben wollen. Bitte nicht. Ein gehörloser Schüler kann ebenfalls sitzen, wo er will und muss im Ernstfall auch direkt an dem Lehrer sitzen, um seine Lippen lesen zu können. Also bitte nicht jemanden mit einem hörendem Handicap sagen, wo dieser sitzen muss.

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