Erfurt (NMH) – Eine Kunstausstellung mit einem deutlichen Handicap des Verständnisses zu besuchen, kam für Gehörlose in aller Regel nicht infrage. Wer taub ist, der hat in den meisten Fällen keine Kunstausstellung oder gar ein Museum besucht, weil sie zu angestrengt sein mussten, um Lippenlesen bei ihren dortigen Führungen verstehen zu können und damit automatisiert der Spaß an Ausstellungen verloren ging. Mittlerweile haben Kunstausstellungen sowie zahlreiche Museen in Deutschland jedoch berücksichtigt, dass es Menschen mit einem Hörhandicap gibt und bieten ihre Führungen durch die Räumlichkeiten auch in Gebärden- und Lautsprache an, was natürlich dankend von Betroffenen angenommen wird, um mehr am gesellschaftlichen sowie sozialem Leben teilnehmen zu können und um die Leidenschaft für Kunst, Historisches und Museen ausleben zu können.

Vier Gehörlose und Schwerhörige, mit Gebärdenkompetenz, bieten Kunstführungen in Gebärdensprache an

Aktuell gibt es vier Personen, die selber ein Hörhandicap haben oder gehörlos sind, welche in Gebärdensprache Touren durch Museen wie das Max Ernst Museum Brühl des LVR oder ARP Museum in Remagen anbieten. Hier sind Kunstführungen durch Rainer Miebach in deutscher Gebärdensprache oder Reinhard Niemeier ebenfalls in deutscher Gebärdensprache möglich. Beide sind ebenfalls gehörlos und beherrschen die Gebärdensprache perfekt. Karin Müller Schmied ist schwersthörig und grenzt bereits an Taubheit. Sie bietet Führungen in Gebärdensprache an und Führungen mit den hörenden Freunden zugleich und die Lautsprache. Juliane Steinwege ist ebenfalls gehörlos und wäre gerne dabei, um eine Führung in Gebärdensprache beispielsweise in den genannten Museen oder Kunstausstellungen zu ermöglichen.

Es gibt für unterschiedliche Regionen natürlich auch unterschiedliche Ansprechpartner sowie Frau Sonja Körffer-Fischer die Kunstwerkstatt für Gehörlose und Hörende führt und Workshops anbietet.

Doch die vier genannten Personen sind gerade auf Brühl, Remagen, Köln und Bonn spezialisiert, um in diesen Regionen Führungen mit Gehörlosen in Gebärdensprache und Lautsprache durchführen zu können, gerne auch mit ihren Freunden, damit das soziale Leben mehr Pfiff bekommt. Auch Gruppenführungen sind möglich und jegliche Informationen können Betroffene gerne von den Webseiten der zu führenden Personen entnehmen.

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